Der Weg vom Selbsthass in die Misanthropie??
 



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Gegenwart – Mach kaputt was dich kaputt macht

Es ist nicht angenehm morgens in einem Hotelzimmer aufzuwachen und den Geschmack von billigen Schnaps und Erbrochenem im Hals zu haben. Und dennoch ist es mittlerweile so zur Regel geworden, dass es mir das Gefühl von Leben, von Vertrautheit gibt. Vertrautheit in Zimmern, in Städten, die mir vollkommen unbekannt und fremd sind. Trotz Tagebuchschreibens, dem kläglichen Versuch die Gedanken zu ordnen, will mir nicht einfallen wo ich bin. Oslo? Drammen? Tonsberg? Nein…Oslo kann es nicht sein. Wäre es Oslo läge ich nicht allein hier. Neben mir würde eine dieser Fotzen liegen die sich auf Aftershowpartys einschleichen und die am anderen morgen alles so bitter bereuen. Den Alkohol, den Schnaps, die Drogen und den Sex. Vor allem den Sex. Den dreckigen, schlechten Sex. Sie wollten den Sänger, den Gitarristen oder auch den Schlagzeuger und bekommen haben sie mich. Den Roadie, das Mädchen für alles, den Dealer, den Manager die fette Sau die nach Kotze und innerlicher Verwesung stinkt. Sie haben den Typen bekommen der erst keinen hoch bekommen hat und der dann viel zu schnell abgespritzt hat – bevor er neben das Bett sich die Seele aus dem Leib gekotzt hat. Ja ich verwese. Der Alkohol, die Drogen, die Nächte…das alles frisst meinen Körper langsam von innen auf. Aber nicht nur mein Körper leidet unter mir. Mein Geist vergammelt. Der Geist schaltet sich aus und man versucht ihn mit Uppern jeglicher anzuschalten. Nach einer Zeit der Betriebsbereitschaft bekommt man jedoch Angst. Es kommen Dinge die man verstecken wollte, es kommen diese Gedanken die man nicht gebrauchen kann, es kommt das Herzrasen. Ist der Geist erst mal wieder auf dieser Betriebstemperatur ist man gezwungen ihn wieder mit Downern ausschalten und das Spiel beginnt von neuem. Oslo kann es nicht sein, die Fotze neben mir fehlt. Es muss eine Kleinstadt sein. Eine Stadt in der wir unbekannter sind. Noch unbekannter als wir so schon sind. Eine Stadt in der der Frauenanteil im Publikum geringer ist und der Chefroadie keine Fotze abbekommt. Eine Stadt in der Handarbeit angesagt ist. Ich bekomme keine Erektion. 
Der Arzt meinte ich sollte anfangen Tagebuch zu schreiben. Tagebuch zu schreiben! Man fischt mich aus einem gottverdammten irischen Tümpel, vollgepumpt mit Ale und „rettet“ mich vor dem sicheren Verrecken und die Drecksau sagt mir ich solle anfangen Tagebuch zu schreiben. „Sie müssen ihr Leben in den Griff bekommen. Hören sie auf den mit Drogen. Dem Alkohol. Und überhaupt, kommen sie klar mit ihrem Leben! Schreiben sie Tagebuch. Verarbeiten sie. Werden sie klar.“ Klar werden…klar werden. Ich muss klar werden. 

Rio Reiser brüllte 1971 ins Mikrofon: „Macht kaputt was euch kaputt macht“…Muss ich mich zerstören um mich zu retten? Ich bin auf dem besten Weg. Ich muss klar werden. Klar werden.

Ich brauche einen Drink. 


2.2.09 11:13
 
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